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Serie: Direkt vom Hof
Die
feucht-fröhliche Oma in der Geschenkverpackung
Im Gonsbachlädchen
der Familie Strack ist Bio mehr als nur ein Wort/Einen "Lebensturm"
für Tiere gebaut/AZ-Serie (Teil 3)

Karin Strack inmitten der
Bio-Köstlichkeiten, die das Gonsbachlädchen bietet.
Foto: hbz/ Jörg Henkel
Vom 01.06.2006
"Einkaufen auf dem
Bauernhof" steht für frische Ware. In einer Serie stellt die AZ so
genannte Direktvermarkter vor. Heute sind wir zu Gast im
Bio-Hoflädchen im Obsthof Strack in Gonsenheim.
Von Anja Baumgart-Pietsch
Bro-Secco? Nein, das
ist kein Druckfehler, sondern etwas ganz Exklusives. Nämlich
Brombeer-Secco aus eigenen Früchten, den es nur bei Familie Strack im
Gonsbachlädchen gibt. Außerdem noch ein zweites Getränk ähnlicher Art:
Cassis-Secco, ebenfalls aus den eigenen Johannisbeeren hergestellt.
Direkt vom Hof
Hier in der
Gonsenheimer Klosterstraße haben die Stracks ein gemütliches, kleines
Bio-Hoflädchen eingerichtet, in dem auf den ersten Blick die großen
Glasballons mit allerlei köstlichen Essigen, Ölen und Likören ins Auge
fallen. Die füllen Karin, Beate und Christoph Strack gerne in Flaschen
aller Größen ab; sie stellen auch originelle Geschenke zusammen. Die
"feucht-fröhliche Oma" zum Beispiel: Da hatten sie für eine
siebenfache Großmutter eine Flasche Sekt und sieben kleine Liköre
zusammengepackt. "Das machen wir alles ganz nach Wunsch der Kunden",
sagt Karin Strack.
Das eigene Beerenobst
ist natürlich ein Hauptangebot des Gonsbachlädchens, dazu die
weiterverarbeiteten Produkte wie Marmeladen, Säfte oder die erwähnten
prickelnden Kreszenzen. Aber es gibt noch viel mehr, nämlich ein
exquisites Angebot an Feinkost, speziell auch italienischen
Spezialitäten - und alles in Bio-Qualität. Auch der eigene Obstanbau
ist biologisch. "Früher wurde konventionell angebaut, dann haben wir
umgestellt auf integrierten Anbau und jetzt arbeiten wir seit einigen
Jahren streng nach den Bio-Kriterien", betont Karin Strack. Da gibt es
auch auf den Feldern einiges zu sehen, wie beispielsweise den
"Lebensturm", den die Familie vor drei Jahren errichtet hat. Der steht
zwischen Gonsenheim und Finthen und bietet als "Nützlingshotel"
allerlei nützlichen Tieren wie Insekten, Vögeln und besonders den
Wildbienen Unterschlupf. Denn diese Tiere sind für den Öko-Landbau
sehr wichtig. Aber nicht nur Wildbienen beherbergen die Stracks, auch
andere Bienenvölker sorgen bei ihnen für die Bestäubung der
Obstblüten. Und nebenbei produzieren sie noch Honig in acht leckeren
Sorten, zum Beispiel aus Senfblüten oder auch die Variation "Sommer im
Gonsbachtal" - alles natürlich auch im Lädchen erhältlich.
Doch die Stracks
verschweigen auch nicht, dass der Bio-Anbau nicht einfach ist. "Man
muss viel mehr mechanisch behandeln, die Arbeit birgt großen Aufwand,
den man nicht ohne weiteres im Preis weitergeben kann", sagt Beate
Strack. Denn den Kunden sitzt das Portemonnaie nicht mehr so locker,
vieles konzentriert sich auf die Hauptsaison. Dabei gibt es Beeren im
Gonsbachlädchen nicht nur im Hochsommer. "Wir haben Himbeer-Sorten,
die bis in den Spätherbst hinein tragen", berichtet Karin Strack.
Damit verfeinern sie unter anderem Himbeer-Balsamico-Essig, der bei
vielen Stammkunden der Renner ist, oder auch ein leckeres
Himbeer-Chutney.
Und die Kinder freuen
sich beim Einkauf der Eltern über die vielen Tiere, die auf dem Hof zu
sehen sind: Von "Balou", dem großen schwarzen Hund über die Voliere
mit einigen bunten Sittichen bis hin zu Hasen, Meerschweinchen - und
einem Bienenvolk, denn ein Kasten ist zur Besichtigung auch auf dem
Hof stehen geblieben Den haben sich auch schon Schulklassen und Kinder
aus Kindergärten angesehen. Auch der Lebensturm ist natürlich für sie
ein Anziehungspunkt.
"Wir würden gerne auf
dem Markt unsere Waren anbieten, haben aber leider noch keinen
Standplatz bekommen können", bedauert Beate Strack. So gibt es die
Spezialitäten momentan tatsächlich nur in der Klosterstraße. Oder im
Internet, wo der "gonsbachshop.de" ebenfalls zur Verfügung steht. Auf
einem Feld Richtung Finthen bieten die Stracks noch Blumen der Saison
zum Selbstschneiden an. "Das Obst aber können wir nicht zum
Selbstpflücken anbieten, das ist beim Bio-Landbau einfach nicht drin",
sagt Karin Strack.
Die Konkurrenz sei
groß, wissen die Inhaber des Familienbetriebs, und gerade bei der
ökologischen Landwirtschaft gebe es vieles zu beachten. Doch sie
stehen voll hinter dem Bio-Konzept und bieten in ihrem Lädchen auch
bei den anderen Waren weitgehend diese Qualität an. Die badische Firma
"Chiron" zum Beispiel liefert ihnen ein großes Sortiment an
Bio-Feinkost wie Pesto oder andere mediterrane Spezialitäten. |